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Die neue Deutschland Tour – ein Kurs für Baroudeure

Freuen sich auf die Deutschland Tour (v.l.): Johannes Fröhlinger (Team Sunweb), André Greipel (Lotto Soudal), Rick Zabel (Katusha Alpecin), Marcel Sieberg (Lotto Soudal) und Max Walscheid (Sunweb). Alle Fotos: Veranstalter.

 

Zwei Jahre, nachdem erste Pläne zur Wiederauflage der Deutschland Tour skizziert wurden, hat der Tour de France-Veranstalter ASO in Frankfurt alle Details zur Rundfahrt 2018 (vom 23. bis 26. August) vorgestellt. Der Kurs dürfte besonders Klassiker- und Angriffsfahrern (Baroudeuren) entgegen kommen.

Die Deutschland Tour 2018 in Zahlen:

  • 4 Etappen durch 5 Bundesländer mit 6 Etappenorten
  • 743 Kilometer
  • 22 Teams
  • Hauptsponsoren sind Santini (Bekleidung) und Radsport-Universal-Finanzier Skoda

„Deutschland ist ein Radsportland“, erklärte Claude Rach, Projektentwickler bei der ASO und seit rund einem Jahr Geschäftsführer der ASO-Tochter Gesellschaft zur Förderung des Radsports, bei der Pressekonferenz in Frankfurt die Motivation zur Wiederauflage des Rennens, das 2008 zuletzt stattfand.

Die Organisatoren (v.l.): ASO-Projektleiter Matthias Pietsch, ASO-Deutschland-Chef Claude Rach und der sportliche Leiter der Deutschland Tour Fabian Wegmann.

Man habe durch die lange Pause aber komplett neu mit dem Konzept beginnen müssen. Die Leitlinien der Organisatoren dabei:

Streckenführung: Für Vielfalt und Spannung sollen die vier Etappen (s.u.) sorgen und das Rennen möglichst lange offen halten. „Radsport kann auch in Städten erlebt werden, nicht nur in den Bergen“, begründete ASO-Manager Rach, warum man bei der Streckenwahl besonderen Wert darauf gelegt habe, den Zuschauern in Städten möglichst viel von den Fahrern zu zeigen (auf jeder Etappe gibt es Schlussrunden in den Ankunftsorten). Herr der Strecken ist der frühere Profi Fabian Wegmann, der auch als sportlicher Leiter das Rennen koordiniert.

Interaktion: Rund um das Profirennen soll es 100 Begleitveranstaltungen für Radsportinteressierte geben. Im Vorfeld der Tour haben die Organisatoren Fans aufgerufen, Vorschläge zur Streckenführung einzusenden. 1500 Tipps wurden eingereicht, laut ASO wurden davon 29 Streckenpunkte in den Kurs eingebaut. Zum Jedermannrennen am 26. August in Stuttgart und der Region Stuttgart als Höhepunkt des Rahmenprogramms rechnet der Veranstalter mit 3500 Teilnehmern, die 65 bzw. 111 Kilometer lange Strecken absolvieren. 

 


Die Etappen:

1. Koblenz - Bonn: Start am Deutschen Eck, mit 154 Kilometern eine recht kurze Etappe zum Einrollen, wie Wegmann erklärte. Über die Konrad-Adenauer-Brücke erreicht das Peloton die Bundesstadt Bonn, in der eine Zielrunde befahren wird. Am Ende wird voraussichtlich ein Sprinter den Sieg davontragen. „Nach der Bonn-Etappe kann ich nach Hause fahren“, scherzte der im nahen Köln-Hürth wohnende André Greipel bei der Pressekonferenz – auch mit Blick auf die relativ schweren weiteren Etappen.
2. Bonn - Trier: Mit 212 Kilometer und 3300 Höhenmetern die längste Etappe, die durch die Eifel führt und Fahrern mit Klassiker-Qualitäten zugute kommt – die Strecke soll Ardennen-Klassikern nahe kommen. In Trier wird eine Schlussrunde gefahren, die einen zwei Kilometer langen Anstieg enthält.
3. Trier - Merzig: 177 Kilometer, 2900 Höhenmeter, gestartet an der Porta Nigra in Trier, ebenfalls für Klassiker-Fahrer prädestioniert.
4. Lorsch - Stuttgart: 200 Kilometer, eine Sprinter- und Puncher-Etappe. Lorsch? Ist eine radsportinteressierte Kleinstadt in Südhessen, die bereits Austragungsort von Deutschen und Europameisterschaften war. In Stuttgart stehen zwei Schlussrunden mit dem von der Weltmeisterschaft 2007 bekannten Anstieg am Herdweg an. Der bei der Pressekonferenz per Videobotschaft hinzugeschaltete Tony Martin erklärte, dass er als Allrounder seinen Fokus auf diese Etappe legen werde.
 
Streckenplaner Wegmann: „Diese Deutschland Tour hätte mir als aktiver Fahrer gefallen. Der Etappenverlauf ist abwechslungsreich und belohnt den angriffslustigen Profi. Die Sprint- und Klassiker-Chancen sind ausgeglichen, so dass Spannung bis zum Schlusstag garantiert ist.“ Um den Zuschauern in den Zielorten näher zu sein und ein großes Erlebnis zu bieten, haben wir auf jeder Etappe Schlussrunden eingebaut. Auch freue ich mich, dass wir fast ohne Transfers auskommen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das für Fans und Profis ein Bonus sein wird.“

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