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Die besten internationalen Radsportmagazine

Die meisten passionierten Radsportler kennen Magazine wie „Tour“ oder „Rennrad“, die, nach einem stets ähnlichen Muster, Ausgabe für Ausgabe ihr breites Themenportfolio (Geschichten, Tests, Interviews, Reisen) abdecken – leider oft die große Langweile. Daneben gibt es aber auch Magazine mit einem ganz anderen Ansatz: mit riesigen Reportagen, opulenten Bildstrecken und oft radikalem Layout. Die besten dieser Zeitschriften im Überblick.

Rouleur

„Rouleur“ ist ein Magazin aus London, mit dem bescheidenen Anspruch, „das weltbeste Rennradsport-Journal für den kritischen Leser“ zu sein. Man sei es leid, die ewig gleich anmutenden Radsport-Zeitschriften zu lesen, mit Tests, die kein Mensch ernst nehme, so der Verlag zur Motivation, im Jahr 2006 Rouleur zu gründen. Und in der Tat ist das Heft anders als hierzulande „Rennrad“ oder „Tour“ gelagert. 

Es bietet fast ausschließlich Reportagen, die meisten mit opulenter Bebilderung – opulent soll heißen: Rouleur leistet es sich, auch mal ganzseitige Fotos zu bringen, deren Informationsgehalt null ist, die aber eine bestimmte Stimmung transportieren. Die Texte sind zum größten Teil von hoher Qualität; Aktualität ist bei Rouleur sekundär, es geht um Hintergründiges, möglichst Exklusives. So heben die Londoner in der aktuellen Ausgabe Miguel Indurain aufs Titelblatt, den früheren Radsportler, der fünf Mal die Tour de France gewonnen hat – aber über den kaum etwas Privates bekannt ist.

 

 

Das Magazin ist längst nicht mehr nur ein Magazin. Der Verlag bringt Bücher heraus. In Kooperation mit Firmen wie Castelli bietet der Verlag inzwischen ein eigenes Bekleidungs-Sortiment an, außerdem Merchandising-Artikel wie Tassen, Fotografien – und seit 2016 auch eine eigene Radmesse: „Rouleur Classic“ stand in diesem Jahr beispielsweise unter dem Motto der „Monumente“, eine Vielzahl von Veranstaltungen mit hochkarätigen Podiumsgästen wie Ivan Basso oder Bradley Wiggins widmete sich Rennen à la Mailand-Sanremo oder der Flandernrundfahrt. Unten ein paar Eindrücke:

 

Rouleur

Preis: 7,50 Pfund/Ausgabe

Erscheinungsweise: 8 Mal jährlich

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Soigneur

Auf den ersten Blick ist „Soigneur“ (so nennt man im Französischen die Helfer der Radfahrer, z.B. Masseure) ein alter ego von Rouleur, nur aus den Niederlanden. Auf den zweiten Blick immer noch... Soigneur wurde 2012 gegründet, der Verlag sitzt in Rotterdam, und der Ansatz ist kaum von dem der Briten zu unterscheiden: hochkarätige Geschichten und Fotos rund ums Rennrad, anfangs nur auf Niederländisch, inzwischen gibt es auch eine englische Ausgabe. Dabei sind die Niederländer bei der Optik und thematisch nicht so streng wie die Briten. Es gibt neben den großen Reportagen auch Kolumnen, mehr feststehende Rubriken, etwa diejenige, bei der Unbekannte die Geschichte erzählen, wie sie zu ihrem Rad gekommen sind und wo/wie sie es einsetzen – Radsport an der Basis. Auch schön: eine Bildergalerie mit historischen Autogrammkarten bekannter Radprofis wie Laurent Fingen oder Alexandre Vinokourov.

 

Auch bei Soigneur rundet Mechandising das Angebot ab, darunter T-Shirts, Kappen und Musettes.

 

Soigneur

Preis: 12,50 Euro/Ausgabe

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Mondial

Verglichen mit Soigneur und Rouleur ist „Mondial“ schwierig zu beschreiben. Auf dem Papier ist die Zeitschrift eine Art Kundenmagazin des Radsport-Bekleidungsherstellers Rapha, und ein erster, flüchtiger Blick bestätigt das Format: In beinahe jedem Heft gibt es einen Artikel oder eine Bilderstrecke in eigener Sache – zum Beispiel zu einer neuen Kollektion der Marke. Am Ende jeden Heftes gibt es ein Kapitel, in dem die Aktivitäten und auch Mitglieder des hauseigenen Rapha Cycling Clubs präsentiert werden. Und doch ist Mondial viel mehr als ein herkömmliches Kundenmagazin – und weitaus mehr als eine typische Radsport-Zeitschrift. So gibt es kaum ein vergleichbares Magazin, das ein so radikales Layout pflegt. Opulente Bildstrecken gibt es hier auch, daneben aber auch viele rein grafische Seiten, beispielsweise eine Art Zahl der jeweiligen Ausgabe (auf dem Bild verweist die „60“ auf die Anzahl der Rennfahrer der ersten Tour de France Anfang des 20. Jahrhunderts).

Mondial inszeniert den Radsport wie kaum eine andere Publikation, auch indem thematisch weit entfernte Aspekte in einen Bezug zum Hauptthema gesetzt werden. Beispiel: das Porträt einer legendären Brot-Unternehmerin aus Frankreich. Interviews mit bekannten Architekten. Risiken und Chancen von Gendoping... Der gemeinsame Nenner besteht oft nur darin, dass die Protagonisten der Artikel ihr Ding mit absoluter Überzeugung verfolgen – so wie viele Radsportler, wie Rapha auch.  

 

Mondial

Preis: 10 Pfund/Ausgabe (für RCC-Mitglieder kostenlos)

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