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Beste Berge: Col de La Madone

Der Col de la Madone gehört nicht zu den Bergen, die auch unter Radsport-Laien bekannt sind. Wenn man sich aber mit dem Berg und seiner jüngeren Geschichte – als früherem Hausberg von Lance Armstrong & Co. – beschäftigt, wird er umso interessanter.

Der „nur“ 927 Meter hohe Berg in der Nähe der Côte d’Azur war zwar nie Etappenpunkt der Tour de France, ist aber dennoch zu einiger Bekanntheit gelangt, weil viele Radprofis ihn als Trainingsstrecke nutzen, meist von Monaco oder Nizza aus, den Domizilen vieler Profis. In den 2000er Jahren war der Col de la Madone der Berg, an dem Lance Armstrong seine Form im Vorfeld der Tour de France getestet hat. 36 Minuten benötigte der Texaner 1998 für die Auffahrt, ein Jahr später waren es nur noch knapp 31 Minuten (aktuell hält Richie Porte den Rekord mit 29 Minuten, 40 Sekunden). Der Grund: Gemeinsam mit dem umstrittenen Arzt Michele Ferrari nutzte Armstrong seine am Madone aufgezeichneten Leistungswerte, um sein Training (und Doping) zu optimieren. Auch für Armstrongs früheren Teamkollegen Tyler Hamilton war der Madone ein wichtiger Leistungsindikator, er trug seine dort erreichten Zeiten in ein Trainingstagebuch ein, neben Gewichts-, Puls-, Watt- und Hämatokrit-Werten (nachzulesen im Buch „Die Radsport-Mafia“, bei Piper erschienen).  

Zu empfehlen ist die Anfahrt über den Küstenort Menton (an einem Intermarché-Supermarkt dort beginnt ein Strava-Segment, von hier aus fuhr auch Armstrong zum Gipfel). Die Auffahrt erstreckt sich über rund 13 Kilometer und 910 Höhenmeter. Schon zu Beginn hat es die Strecke in sich, mit Steigungswerten von teilweise 10% noch in Menton. Anschließend geht es in Richtung Sainte Agnès, meist mit einstelligen Steigungswerten, aber teilweise auch 12%-Rampen. Die Straße ist relativ wenig befahren, gut asphaltiert – und das schönste ist der Blick zurück aufs Meer und nach Menton. Auf der Abfahrt, Richtung Peille und La Turie sowie dann Monaco, wird der Asphalt dann etwas gröber, die Ausblicke aufs Meer werden aber noch schöner als beim Anstieg.

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