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Beste Berge: Alpe d‘Huez

Jeder Radsport-Interessierte kennt die Bilder der Menschenschlangen, die sich zur Tour de France an den Serpentinen hoch nach Alpe d‘Huez bilden. Besonders die niederländische Kurve hat es in sich, was Bierduschen für die Fahrer und Lautstärke betrifft. Der Berg in den französischen Alpen gehört zurecht zu den Berg-Monumenten des Radsports. Die wichtigsten Zahlen und Fakten.

Matthias Rotter:

50 Alpenpässe für Rennradfahrer,

144 Seiten, 3. Auflage 2017, Delius Klasing,

24,90 Euro, ISBN 978-3-667-11169-2

 

Für sein Buch „50 Alpenpässe für Rennradfahrer“ hat Matthias Rotter Zahlen und Fakten zum Berg gesammelt. Ein Auszug aus dem Buch, mit freundlicher Genehmigung des Verlags Delius Klasing: 

 

Die Straße nach L’Alpe d’Huez zählt zu den legendärsten Kletterpartien der Alpen. Seit 1952 schreiben die 21 Serpentinen zur Skistation regelmäßig Tour de-France-Geschichte. Wer diese Bergankunft gewinnt, sichert sich einen Platz im Radsport-Olymp.

 

Isoliert betrachtet, ist der 40 Kilometer östlich von Grenoble gelegene Anstieg nicht sehr schwierig. Die Neigung des glatten Asphalts übersteigt selten die Acht-Prozent-Marke. Hat man seinen Rhythmus gefunden, geht es gleichmäßig hinauf in den Retorten-Ort mit Hotelburgen und Souvenirbuden. Umso mehr sei Radfahrern ans Herz gelegt, nach dem Ziel der klassischen Bergetappe dem kleinen Sträßchen zum Col de Sarenne zu folgen. Denn die Straße nach L’Alpe d’Huez ist entgegen weitverbreiteter Meinung keine Sackgasse. Die holperige Betonpiste zum Sarenne verlangt zwar ein hohes Maß an Rüttel-Resistenz, Unerschütterliche werden dafür am Pass mit einer beeindruckenden Aussicht aufs vergletscherte Massiv der Meije belohnt. Und beeindruckend ist auch, wie schnell man sich hinter L’Alpe d’Huez in einsamer Natur befindet. Doch Vorsicht! Wer den Anstieg zu Beginn – infiziert vom Rennfieber der Tour de France – zu schnell angeht, dem könnte auf den acht Kilometern zum Sarenne die Puste ausgehen. Obwohl der Scheitelpunkt des Cols nur rund 150 Meter höher liegt als der Skiort, summieren sich die Höhenmeter durch das Auf und Ab auf immerhin 335. Tipp: Ein anderer Blick auf L’Alpe d’Huez tut sich auf, wenn man den Sarenne vom Chambon-Stausee her überquert. Auf dem ruppigen Anstieg passiert man vergessene Dörfer, in denen die Zeit still zu stehen scheint. Und die abschließende Abfahrt durch die 21 Serpentinen hat ihren ganz eigenen Reiz.

 

 

Weitere Touren rund um L’Alpe d’Huez/ Col de Sarenne

 

Tour 1:

55 Kilometer, 1600 Höhenmeter Start in Bourg d’Oisans, zunächst auf der klassischen Strecke Richtung L’Alpe d’Huez, in La Garde (sechste Kehre) rechts auf die D 211 A. Das Sträßchen führt aussichtsreich am Steilhang entlang in Richtung Chambon-Stausee. Man mündet unterhalb der Staumauer in die N 91 und folgt dieser bergauf zum See. Kurz nach Überqueren der Staumauer links auf die D 25 zum Col de Sarenne. Über L’Alpe d’Huez zurück nach Bourg d’Oisans.

 

 

Tour 2:

100 Kilometer, 1800 Höhenmeter Durchs unbekannte Oisans: von Bourg d’Oisans auf der N 91 Richtung Grenoble ab Rochetaillé stets leicht bergab. In Séchilienne (km 24) auf die D 114 abbiegen, bergauf Richtung la Morte (Col de la Morte, 1360 m). Bei Kilometer 50,5 links auf die D 114 A. Dann über Valbonnais (D 526) zum Col d’Ornon (1371 m) und zurück nach Bourg d’Oisans.