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Die drei besten Rennrad-Podcasts

Treten auch live vor Publikum auf: die Podcaster Richard Moore, Daniel Friebe, Lionel Birnie (v.l.).
Treten auch live vor Publikum auf: die Podcaster Richard Moore, Daniel Friebe, Lionel Birnie (v.l.).

The Cycling Podcast

Seit 2013 verfolgen die britischen Journalisten und Buch-Autoren Lionel Birnie, Richard Moore und Daniel Friebe das Geschehen der professionellen Rennradfahrer. Der kostenlos zu abonnierende „Cycling Podcast“ bringt im wöchentlichen Rhythmus neue Folgen, in denen das Trio über News diskutiert (zuletzt etwa über die frisch präsentierte Streckenführung der Tour de France 2018) und Interviews mit Protagonisten der Szene führt. Neben den regulären Folgen ist The Cycling Podcast mit täglichen Podcast-Ausgaben bei den großen Rundfahrten dabei; außerdem gibt es weitere Folgen, in denen Hintergründe (was macht ein Domestik? Wie werde die Strecken der Touren konzipiert?) beleuchtet werden („Kilometre 0“). 

 

Hochkarätige Sponsoren wie Sharp, „The Telegraph“, Jaguar und - aktuell - Rapha finanzieren die Podcasts. Zuletzt hat das Team sein Angebot weiter ausgebaut. Neben den kostenlosen Folgen gibt es für „Friends of the Podcast“ gegen Bezahlung (10 Pfund/Jahr) zusätzliche Folgen, meist mit hochkarätigen Interviews. „The Cycling Podcast Feminin“ ist ein neuer monatlicher Podcast, in dem Frauen-Profis im Fokus stehen. Regelmäßig treten die Journalisten auch live vor Publikum auf.

 

Warum Kudos für The Cycling Podcast? Was den Podcast auszeichnet, ist die Tatsache, dass ihn erfahrene Journalisten steuern. Statt bekannter Laber-Podcasts, in denen sich die Podcaster oft selbst in den Fokus rücken, steht bei The Cycling Podcast das Thema im Vordergrund. 

Vom Tour de France-Seriensieger zum Podcaster: Lance Armstrong.
Vom Tour de France-Seriensieger zum Podcaster: Lance Armstrong.

Stages

Das ist nicht der Ort, um über Schuld und Sühne des gefallenen Tour-Giganten Lance Armstrong zu diskutieren. Nur soviel: Der Ex-Profi wurde vom Verband UCI lebenslang gesperrt und darf daher nicht am Rennsport-Geschehen teilnehmen. Armstrongs „Stages“-Podcast ist vor diesem Hintergrund der Versuch, doch noch irgendwie mitzumischen – und durchaus umstritten: Als Armstrong in diesem Jahr das Radrennen Colorado Classics mit seinem Podcast mit offiziellem Mandat begleiten wollte, schritt die US-Anti-Doping-Agentur USADA ein, worauf die Veranstalter eine Zusammenarbeit mit Armstrong beendeten. Begründung der USADA: Auch ein Podcast verstößt gegen die lebenslange Sperre des Ex-Athleten.

 

Was Armstrong nicht davon abhält, als Indie mit seinem Podcast die Renn-Szene zu beobachten und zu begleiten. Gemeinsam mit einem Radio-Moderator aus Austin bilanziert Armstrong beispielsweise einzelne Etappen der großen Rundfahrten. Für das kommende Jahr hat der Podcaster rund 50 Folgen von „Stages“ angekündigt, mit Schwerpunkt Tour de France. Interessanterweise beschränkt sich Armstrongs Podcast-Interesse nicht nur auf Radsport. Stages verfolgt beispielsweise auch die Ironman-Szene; in einem weiteren Podcast, „The Forward“, interviewt Armstrong schwerpunktmäßig Musiker, Unternehmer und Sportler.

 

Warum Kudos für Stages? Armstrong kennt die Szene wie kaum ein anderer. Wenn er einzelne Etappen der Tour resümiert, bringt er eigene Erfahrungen mit ein, über die ein Journalist oder sonstiger Beobachter der Szene nicht verfügt. An der einen oder anderen Stelle flammt Armstrongs aufbrausendes Temperament auf (mit dem es ihm früher gelang, Kollegen einzuschüchtern), insgesamt hat sich der US-Amerikaner aber im Griff, was seinem Podcast zugute kommt. 

The Rouleur Podcast

Wenn es um hochwertige Radsport-Magazine geht, ist Rouleur eine der ersten Adressen (in einem Blogbeitrag werden in Kürze die besten Radmagazine vorgestellt). Das britische Magazin rühmt sich, ausschließlich von passionierten Radsportlern kreiert zu werden. Der Anspruch, sich durch hochwertige Inhalte und insbesondere eine außergewöhnliche Optik von den herkömmlichen Allrounder-Magazinen à la hierzulande „Tour“ abzuheben, ist auch beim Podcast zu hören: Hier geht es nicht primär um Aktualität und Themenmischung, sondern um hochwertige, nachhaltige Inhalte, darunter Interviews mit prominenten Radsportlern, zuletzt etwa mit den Profis Simon Geschke (Thema: Sollen Bärte im Radsport verboten werden?) und Richie Porte (nach seinem Sturz bei der TdF 2018), in älteren Folgen sind auch Eddy Merckx, Sean Kelly, Fabian Cancellara, Chris Juul Jensen, David Millar, Ned Boulting, Stephen Roche und Johan Museeuw zu hören.

 

Warum Kudos für Rouleur? Der Podcast ist, wie die Zeitschrift, eine Art lean back-Medium, das der Hörer in vollen Zügen genießen kann.

 

Und sonst so?  Neben den drei genannten gibt es eine Reihe weiterer guter Podcasts. Zu nennen wären Antritt (auf Deutsch, Detektor.fm, gesponsert von Rose), Cycling Central PodcastThe Cycling News PodcastThe Slow Ride PodcastVelohome und Velonews.